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Sonntag, 26. März 2006
Warum gerade du?
Alle denken ich sei noch ein Kind, aber ich bin keins mehr. Ich bin ein Mädchen, daß erwachsen wird. Du sagst doch immer, daß ich schon groß und erwachsen bin. Aber sag das mal Mutter, sie behandelt mich immer noch wie ein Kleinkind. Sie traut mir ja gar nichts zu. Wenn sie wüßte wie sehr wir uns lieben, würde sie es verhindern, ganz bestimmt. Ich habe manchesmal das Gefühl, als wäre ich ihr im Weg. Sie zeigt mir nie, daß sie mich lieb hat! Warum nicht? Du sagst, sie hätte ein schweres Leben gehabt und selber nie Liebe bekommen. Ja, das ist wohl war. Sie mußte ja auch immer viel arbeiten und wurde schlecht behandelt von ihrem Vater. Sie hat so richtige Elternliebe nie kennen gelernt. ich will das später besser machen, ganz bestimmt. Du darfst mich nicht verlassen, einfach so! Wer soll mich dann lieb haben, wen darf ich lieb haben? Es schnürt mir den Atem ab, wenn ich daran denke, was soll ich blos machen ohne dich? Ich hab dich doch so lieb, du bist mein Beschützer, mein Freund, der mir hilft, der mich in die Arme nimmt, wenn ich mal traurig bin! Ein Telephonanruf der alles auf den Kopf stellt. Nichts ist mehr, wie es mal war! Nie mehr geht die Tür auf und du kommst mit deinem eigenen Lachen herein. Nie mehr gehe ich dir entgegen, wenn du vom Zug kommst! Nie mehr renne ich dir entgegen, aufgefangen von deinen starken Armen.Wie soll ich das alles nur überstehen? Gestern war noch alles in Ordnung, da wolltest du nach Hause kommen, und da bleiben. Du willst da arbeiten und nicht mehr fort gehen. Von einem Augenblick zum andern, ist alles anders. Nichts wird mehr daraus, nichts aus deinen Träumen, deinen Wünschen und Pläne für dein Leben! Der Telephonanruf, einen Unfall, kommt ins Krankenhaus! Wo? In Grabs, im Rheintal, da wo er gearbeitet hat. Runtergefallen von einem Träger, angefangen zu schwingen, Seil durchgetrennt, schwer verletzt, sofort kommen! Leichter gesagt wie getan. Mutter hat Glück, erreicht Walter in seiner Firma. Er kommt und wir fahren sofort los. Es dauert über 1 Stunde bis wir endlich da sind. Ich habe Angst, wir betreten das Krankenhaus. Sie erwarten uns, das ist kein gutes Zeichen, denke ich für mich. Mir wird heiß und kalt. Ich höre von weitem, keine Chance mehr gehabt.Es kommt gar nicht richtig bei mir an. Ich sehe nur dich, alles ist weiß. Das Zimmer, das Bett, nur deine schwarzen Locken sind zu sehen. Sie nehmen das Tuch von deinem Gesicht. ich bin froh, du schläfst nur. Ich will dich umarmen, will dir sagen, daß alles gut wird, dir nahe sein, aber ich darf nicht, sie bringen mich aus dem Zimmer.Sie sagen, sie ist halt doch noch ein Kind, sie darf keinen Schock bekommen. Den habe ich schon gehabt. Was glauben sie denn, wie ich reagieren soll? Schreien, weinen? Ich bekomme kein Wort heraus, kann auch nicht weinen. Ja zwischen Wissen und Verstehen ist ein Graben. Ich will gar nichts mehr hören. Ich will daß du die Augen aufmachst und aufstehst, mich in die Arme nimmst und mit mir nach Hause kommst.Ich sitze hier in diesem Krankenhausflur, der so nach Desinfektionsmittel richt, dieser Duft werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen. Ich warte einfach bis sie kommen, die Formalitäten erledigt sind. Ich will alleine sein, aber sie wollen an den Rhein fahren, wo es passiert ist. Was das bringen soll, kann mir keiner sagen. Der Kranführer hat einen Schock und ist auch im Krankenhaus.Sie sagen er wäre Schuld, sagen sie. Ob es stimmt, werde ich wohl nie erfahren, ich will es auch nicht wissen, was bringt es mir? Wir fahren in den Gasthof wo du ein Zimmer mit deinem Kumpel gehabt hast. Deine persöhnlichen Sachen sind da, du hattest sie ja schon hergerichtet, wolltest doch gestern nach Hause kommen! Warum zum Teufel bist du nicht nach Hause gekommen, dann wäre das nicht passiert. Wir fahren nach Hause, es ist leise im Auto, alle hängen den Gedanken nach, glaube ich mal.bei denen weiß man das ja nie, sie können doch gar keine Gefühle zeigen.Sie überlegen, was alles gemacht werden muß, was zuerst, es ist Donnerstag 2. Juni. 1966. Sie gehen als erstes zum Pfarrer, wann soll die Beerdigung sein? So schnell wie möglich, es ist sehr heiß und eine Leichenhalle gibt es noch nicht.Im Krankenhaus haben sie gesagt, daß sie dich am Samstag nach Hause bringen werden. Die Beerdigugn wird auf Montag festgesetzt. Der Pfarrer sieht mich an und fragt mich, wie es mir gehen würde. Er ist der einzige, der weiß, wie lieb wir uns haben, er drückt mich kurz und sagt, daß ich zu ihm kommen kann, wenn ich jemand brauche. Wir gehen nach Hause, ich gehe in den Garten sitz auf den Baum, denke an dich, an alles was wir doch noch machen wollen. Ich kann nicht weinen, ich habe einen schweren Druck auf der Brust, als würde eine Tonne drauf liegen. Auf einmal ist das Haus voller Menschen, alle reden durcheinander, da achtet keiner auf mich. Ich sehe nach dem Däddy, er sieht schlecht aus, ich frage ihn ob er Schmerzen hat, er drückt mich und hat Tränen in den Augen. Er sagt zu mir ich soll doch raus gehen, also folge ich ihm. Ich laufe den Weg runter, laufe den Abhang hinunter, laufe bis ich vor Schmerzen nicht mehr kann und keine Luft mehr bekomme.Ich schmeisse mich ins Gras und endlich, endlich kann ich weinen. Ich weine, ich schreie bis ich nicht mehr kann. Langsam gehe ich den Berg wieder hinauf ins Haus.Da sind immer noch soviele Menschen, da will ich nicht rein, also gehe ich ins Zimmer und lege mich aufs Bett. Ich habe Kopfschmerzen. Ich muß dann vor lauter Müdigkeit und innerer Leere eingeschlafen sein. Sie haben mich schlafen gelassen,ich erwache weil ein Auto hupt. Ich schaue raus und sehe den Leichenwagen. Es ist doch noch nicht Samstag, sie wollten doch erst am Samstag kommen. Sie haben das Nebenzimmer ausgeräumt, eine Bank schwarz überzogen, da stellen sie den Sarg drauf. Mutter hat alles hergerichet. Kerzen, Kreuz, Blumen, halt alles was dazu gehört. Alle sind beschäftigt. Walter fährt dauernd weg und kommt wieder. Mal hat er Vater dabei, mal die Mutter. Auf mich schaut keiner.Ich sitze stundenlang neben dir, schau in dein Gesicht, in deine stahlblauen Augen, du siehst mich an, als wolltest du sagen, mach dir keine Sorgen, nicht traurig sein, ich bin ja da, ist nichts passiert. Hunderte Male hast du mir das gesagt, wenn ich hingefallen bin oder sonst mal geweint habe. Aber du sagst nichts, schaust mich nur an. Abends gehen wir in den Rosenkranz, ein Vorteil, man muß nicht laufen, weil Walter mit dem Auto da ist.Das halbe Dorf ist da, die Menschen kommen auf uns zu und kondolieren.Ich habe mich in mein Schneckenhaus zurück gezogen, lasse nichts an mich ran. Sehe Schulkameraden die mich ansehen, als wäre ich eine weiße Kuh. Ich kriege alles mit, aber es ist wieder alles so weit weg.Ich will es auch gar nicht wissen, mein Herz tut so weh, meine Augen brennen, aber weinen kann ich nicht. Ich habe Mutter beobachtet. wenn niemand in der Nähe ist, spricht sie ganz normal. Kommt jemand fängt sie auf Knopfdruck zu weinen an.Um Vater mache ich mir große Sorgen, den nach dem Unfall ging es ihm ja gar nicht gut und wir hatten oft Angst um ihn. Und nun muß er ausgerechnet Leo hergeben.Ich hoffe er übersteht das einigermassen. So wie nun am Freitag ist es auch Samstag und Sonntag. Es ist unwahrscheinlich heiß, aber ich merke eigentlich nicht viel davon. denn ich bin entweder unter dem Baum im Garten oder laufe stundenlang den Berg hinunter und hinauf. Sitze Stundenlang neben dir.Ich bin so wütend auf dich, du kannst doch nicht einfach so verschwinden. Montagmorgen schon um 7:00 Uhr, kommen die ersten Verwandten. Endlich ist meine Großmutter vom Berghof gekommen Sie weiß wie schlecht es mir geht, gehen muß! Sie nimmt mich in die Arme und das erstemal habe ich das Gefühl geborgen und nicht alleine zu sein.Sie versteht mich, sie weiß genau, wie lieb wir uns haben. Sie ist nicht mehr gut zu Fuß, also fährt ein Onkel sie zur Kirche. Der Leichenwagen kommt, man hat dich draußen aufgebahrt und der Platz ist voller Menschen, es kommen immer mehr, sie stehen bis weit bis in die Wiese. Sie laden dich in den Leichenwagen, die Pferde sind unruhig, als würden sie spüren, daß ich nicht einverstanden bin damit, daß man dich mir wegnimmt. In Wirklichkeit kämpfen sie gegen die vielen Bremsen. Es ist schon früh am Morgen sehr heiß, es riecht extrem und die Blumen und Kränze die nun rund und auf dem Leichenwagen liegen verstärken diesen süßen Duft noch.Es sind soviele, daß man den Sarg gar nicht mehr sehen kann. Vor dem Wagen laufen seine Vereinskameraden vom Militärschützenverein und der Jungmannschaft mit ihren Fahnen. Hinter dem Wagen der Pfarrer und dann gleich wir als Familie.Hinter uns die Verwandten und Nachbarn und Freunde, zuerst alle Männer, dann die Frauen.Es ist ein Ellenlanger Zug, der da Richtung Dorf läuft.Es sind immerhin 2 km bis zur Kirche. Ich will nicht hinterher laufen, die laufen viel zu schnell. Ich will nicht das es so schnell geht, ich will daß der Weg nie aufhört! Ich habe so unendliche Angst vor dem endgültigen Abschied. Ich will nicht, daß sie dich in das dunkle Loch lassen! Deine Kameraden nehmen Abschied mit dem Fahnengruß. Ich klammere mich an Großi fest, obwohl sie kaum stehen konnte. Tante hielt sie auf der anderen Seite. Vom Rest bekam ich nicht mehr viel mit. Von der Kirche auch nicht, denn ich mußte dauernd daran denken, daß sie draußen das Grab zuschaufeln. Die Erde auf deinen Sarg fällt und dich langsam zudecken. ich sehe deinen blauen Augen vor mir wie du den Deckel anschaust. Ich will nicht, daß sie dich einfach eingraben. Es ist ein riesiger Berg Blumen zu sehen. Jetzt endlich kann ich weinen. Es schüttelt mich, ich schreie, ich kann nicht mehr aufhören. Sie ziehen mich aus dem Friedhof, wer? weiß ich nicht mehr!Ich kann nichts sehen vor lauter weinen. Ich höre so Sätze wie; armes Kind, eine Tragödie, ein so junger Mensch, ein Guter Kamerad und Freund. Ich halte mir die Ohren zu, will nichts mehr hören. Ich will nur noch nach Hause, aber das geht natürlich nicht. Aber ich bin wieder alleine. Alles redet durcheinander, ich sitze dazwischen, aber es achtet keiner auf mich. Ich gehe raus, laufe zum Friedhof. Da sitze ich nun und rede mit dir. Ich will dich wieder haben, ich will, daß du mich in deine starken Arme nimmst und mich tröstest,mich nicht mehr los läßt, so wie du das immer gemacht hast. Wie soll ich bloß weiterleben ohne dich? Meiri ist auch nicht da, er weiß doch noch gar nichts, er ist doch auf See. Ich will, daß er kommt, ich will ihn bei mir haben, jemanden der mich versteht .Mein Wunsch erfüllt sich nicht. Er bleibt lange weg. Ich weiß ja nicht, daß er von Vater raus geschmissen wurde weil er schwul war, was für eine Schande in den sechzger Jahren,und gar nicht mehr nach Hause kommt. Am Telelphon sagt er mir immer ich soll fleißig lernen, daß ich was rechtes lernen kann. Ich sage ihm, daß ich Kindergärtnerin werden will. Das ich als Praktikum in einem Kinderheim im Welschland mache könnte, aber Mutter dagegen wäre.Aber ein Jahr sollte ich ja noch zur Schule gehen, dann wird man weiter sehen. Zu Hause wird nie über die Trauer gesprochen, es ist fast so, als hätte das ganze nie stattgefunden. Nur das Grab und Mutters schwarze Kleidung waren die äußeren Zeichen davon.Keiner spricht über den Schmerz. Vater geht in den Wald Holz machen, reagiert sich wohl dort ab. Mutter geht in die Fabrik und vergräbt sich im Garten. Sie arbeitet genau soviel, bis sie vor lauter Müdigkeit ins Bett fiel und nicht mehr zum Nachdenken kam.Ich glaube es wenigstens, wie gesagt über die Trauer und den Schmerz wurde nicht geredet und miteinander schon gar nicht. Wo bleibe ich mit meiner Trauer, meinen vielen Tränen? Ich bleibe alleine damit.Wie oft sitze ich vor deinem Grab und rede mit dir, schimpfe mit dir, weil du mich alleine gelassen hast.Oft kommt der Pfarrer zu mir und spricht mit mir über dich. Mit ihm kann ich wenigstens reden,über dich reden! So alleine wie in dieser Zeit war ich vorher nie gewesen. Auch wenn du fort warst, du hast mit mir telephoniert und ich wußte genau, wann du wieder nach Hause kommst. Ich lerne nur schwer ohne dich zu leben. Mein Leben ist ganz schön düster und still geworden, lachen darf ich nicht, dunkle Kleider muß ich anziehen, Radio darf ich nicht hören, nur zur Nachrichtenzeit wird er angemacht. Das gehört sich alles nicht. Unser Bruder Walter ist auch nicht mehr viel zu Hause, grad mal Sonntags, wenn er den Fahnen von der Jungmannschaft tragen muß. Er fährt aber meistens nach dem Essen wieder los. Der hats gut, er kann gehen. Ich muß hier ausharren. Werde ich jemals wieder so glücklich sein, wie ich mit dir war? ******************************************* Antworten; Ja, ich bin glücklich geworden, auch wenn ich noch einige schwere Schläge bekam. Ich habe diesen Brief als junges Mädchen geschrieben. Es ist halt kein so reines Deutsch, weil ich doch im Dialekt redete.Ich habe ihn aber extra so gelassen, weil mit meinen empfindungen von heute,die sind halt mal anders, wäre er nicht mehr mit dem Mädchen von damals nicht mehr idäntisch.Das Leben geht weiter. Der Schmerz geht, die Narben bleiben.. Im Juni 1966 @ mary rosina 03.06
Dienstag, 14. März 2006
Galgenen
Mein Vater lernte meine Mutter kennen, als sie in der Johannisburg, Altendorf arbeitete. Er war in Siebnen bei einem Bauern schon einige Jahre als Knecht tätig. Immer öfters nahm er den Fußweg von Siebnen nach Altendorf auf sich, um Mutter zu sehen Auch wenn es noch 7 Tage in der Woche zu arbeiten galt und es keine 5 Tage Woche gab. Sie beschlossen zusammen zu bleiben und somit heirateten sie am 8.Mai 1940 in der Kirche zu Altdorf Uri, weil mein Vater dort einen der Priester kannte, der in Galgenen früher einmal Pfarrer gewesen war. Die Dörfer Galgenen - Siebnen - Wangen - Lachen und Altendorf waren Dörfer in denen jeder jeden kannte.Und auch die Verwandschaft ist nicht gerade klein und verteilt auf diese Dörfer. Die March war ein eigenes Volk und hielten auch zusammen. Auch waren die Menschen hier und dort miteinander Verwandt, was natürlich den Zusammenhalt noch mehr förderte. So kam es, daß mein Vatert lieber in die Galgener Kirche ging, weil er sich bei seinem Priester mehr vertrauen hatte und sich wohler fühlte. Ich weiß noch gut, wie er mir erzählte, was dieser Priester alles auf sich genommen hat um seine Schäfchen in den Bergen zu besuchen und zu begleiten. Deshalb war für ihn ganz klar, daß er bei diesem Priester heiraten würde. . Das ist es genau, was ich am Anfang meiner Seiten meinte, zu jedem dieser Dörfer habe ich eine Verbindung. In jeder dieser Kirchen habe ich mich bei einer Hochzeit oder Taufe gefreut, oder bei einer Beerdigung geweint. In jedem Dorf habe ich Familien die mit mir verwandt sind und ich mich manchmal frage, wie es ihnen wohl ergehen möge? Ich bete zu Gott, daß sie alle ein gutes Leben haben und von Krankheit und Unglück verschont werden. Bilder von Galgenen; Galgenendorf - St. Martinskirche Galgenen - Galgenen Siedlungen Achern und Büchli
Die Kirche von Galgenen neu renoviert
Siedlungsentwicklung in Galgenen und Siebnen Bis vor einigen Jahren Jahrzehnten bestand der Dorfteil Galgenen aus zahlreichen, weit zerstreuten Gehöften, die von der fruchtbaren Ebene bis weit hinauf in den Galgener Berg reichten. Landschaft und Bewirtschaffung waren in hohem Masse von den Bachläufen geprägt, die mit Hochwasser und Schutt die Siedlungstätigkeit einschränkten. Die schnurgerade Landstrasse, heute Kantonsstrasse genannt, wurde 1840 gebaut und löste keine große Bautätigkeit aus. Links und rechts befanden sich kleinere und größere Heimwesen mit den saftigen, mit Obstbäumen zahlreich bepflanzten Matten und Wiesen. Heute noch besteht eine große Anzahl von Berghofwesen, die den Vorder- und Hinterberg bis auf die Höhe von 1100 Meter besiedeln. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten sich die Fabriken in Siebnen etabliert. 1834 wurde in Siebnen durch Caspar Honegger (1804-1881) eine Weberei in Betrieb genommen. Mit der Inbetriebnahme der Bahnlinie Zürich - Ziegelbrücke im Jahre 1875 ergaben sich für die wirtschaftliche Weiterentwicklung neue Perspektiven. Das Dorf Siebenn entwickelte sich zusehends.Weitere Fabriken wurden gebaut, so die Spinnerei Hürlimann (Heute Gewerbehaus) an der Wägitalerstraße. Im Jahre 1896 die Möbelfabrik Rüttimann, die in der Hochblüte um die 300 Angestellte zählte. In Galgenen wurde 1863 die mechanische Weberei am Spreitenbach/Zeughausstraße in Betrieb genommen. Galgenen verkörpert seiner Lage nach noch heute das charakteristische Bild einer Landgemeinde. Der Bevölkerungszuwachs betrug vom Jahre 1900 bis zum Jahre 1950 1889 Personen, verglichen mit dem Bevökerungswachstum in den letzen Jahren auf 4000 Personen. Die Lebens- und Wohnqualität darf mit der ruhigen Lage abseits der Autobahn und dem nahen Erholungsraum als ausgezeichnet taxiert werden. Durch verschiedene aufstrebende Gewerbe- und Handelsbetriebe kann auch eine schöne Anzahl von Arbeitsplätzen angeboten werden. Das Ziel der Behörden ist und bleibt, Galgenen eine vernünftige Entwicklung angedeihen zu lassen unter Berücksichtigung der guten Wohnqualität und unter Beibehaltung des Ländlichen Charakters der Gemeinde. @ mary rosina 03.06
Wangen sz
Wangen sz
Wangen ist die Heimatgemeinde meiner Mutter; Maria Schättin. Unsere Familie hat bis 1958 in dieser Gemeinde gewohnt. Meine Brüder gingen hier auch zur Schule.
Der Golfplatz von Wangen
Wangen mit Sicht zum Buchberg
Dorf Wangen Hauptkreuzung Mitte Dorf
Einen Rundgang durch die Wangener Geschichte Attraktive Lage und gute Verkehrsbedingungen ziehen nicht nur heute, sondern auch vor rund 300 Jahren Siedler in das Gebiet rund um den Buechberg. Der sich immer weiter zurückziehende See bietet Nahrung im Überfluss. Das von ihm freigegebene Land ist durch die Ablagerung von mineralhaltigen Senkstoffen fruchtbar und leicht zu bearbeiten. Der Buchenwald an der Moräne, die der Linthgletscher in der letzten Eiszeit zurückgelassen hat, bietet nicht nur Beute für die Jäger, sondern auch gutes Holz für einfache Behausungen und Feuer.Die Römer, sonst geschichtlicher Faktor Nummer eins, haben im Gebiet Wangen keine bedeutenden Spuren hinterlassen. Im Nuoler "Ryffen" wurden zwar schwefelhaltige Quellen in einem Thermalbad gefasst, doch mit dem Anbruch der Völkerwanderung um 450 n.Chr. hat die ehemalige Weltmacht auch die Gebiete in der "March" den einwandernden Alemannen und Kelten überlassen müssen. 600 n.Chr. macht die Landschaft Bekanntschaft mit den irischen Missionaren Kolumban und Gallus, die in der etwas radikalen Art ihrer Landsleute das Evangelium zu predigen versuchen. Sie stossen daei Auf Ablehnung und Feindschaft und bald darauf sind die beiden Iren wieder auf dem Weg. Kolumban nach Süden, wo er das bekannte Kloster im italienischen Bobbio begründet. Gallus setzt über den See und wird Stiftsherr der weltbekannten St.Galler Abtei. Zumindest die Nachfahren der Mönche werden 844 für den Verlust entschädigt. Der Besitzer Wangens, Wolfhart, gibt sein Gut dem Kloster Bobbio zum Erbleben, erbittet sich als Gegenleistung Reliquien des 614 verstorbenen, mittlerweile heilig Kolumban und erbaut eine Basilika. Kolumban ist heute noch Schutzheiliger der Wangner Kirche. 872 wechselte das Gut den Besitz, bleibt aber in Benediktinerhand. Die Wangner sind jetzt Untertanen des Klosters St.Gallen. 1178 eignet Papst Alexander III. die Kirche Nuolen mit allem Hofland dem Nonnenkloster Schänis zu. Als dieses verarmt, verkauft das Stift die Besitzungen an einen privaten Besitzer, der sie mit Gewinn an das "Spital vom heiligen Geist" in Rapperswil weiterverkauft. Nach dem Tode des Grafen Friedrich VII. von Toggenburg, der weltlicher Schutzherr der Gebiete um den Buechberg war, weideten sich Auseinandersetzungen zwischen den Ständen Schwyz und Zürich zu einem blutigen Bruderkrieg aus; schließlich wird das Gebiet 1437 den Schwyzern zugesprochen. Schon 1658 haben die Wangner von der Fremdherrschaft genug. Gegen die Summe von 221 Kronen und 20 Schilling kaufen sie sich von den Schwyzern los und erhalten einen Freibrief "Auf ewige Ziten". 1716 gibt Schwyz den Wangnern die damalige Kaufsumme zurück und übernimmt wieder das Verfügungsrecht über Kirche, Kirchherrn und Besitzungen von Wangen.1831-1833 lösen sich die Außerschwyzer und mit ihnen auch die Wangner ein letztes Mal von der nicht unbedingt geliebten Schwyzer Herrschaft ab. Um 1840 hält das industrielle Zeitalter Einzug in den Dörfern am Buechberg. Mit der Bändigung des Nuolerbaches in einem Kanal kann die Firma Billeter in Nuolen eine Spinnerei betreiben, der Caspar Honegger 1852 einem Bau in Siebnen folgt und schließlich auch die Nuoler Betriebe übernimmt. Im Jahre 1900 kommt noch die Seidenweberei Bachmann in Wangen hinzu. 1810 bis 1846 wird Wangen durch den Bau der neuen Kantonsstrasse erstmals zerschnitten. 1875 wird bei strömendem Regen die Bahnlinie Zürich - Ziegelbrücke eröffnet. Ein weiterer gravierender Einschnitt in unsere schönen Auenlandschaft erfolgt im letzten Jahrhundert durch die A3, die Autobahn von Zürich nach Chur. Die ländliche Gegend am Buechberg hat sich jedoch gut erhalten und hat seine schönen Agglomeration bewahrt. @ mary rosina 03.06
Lütisburg im Toggenburg t.1
Ein alter Stich zu Zeiten der Grafen Diethelm von Toggenburg
Die Holzbrücke nach ihrer Renovation, im Hintergrund die neue Betonbrücke
Die kath. Kirche Lütisburg die an der steilen Dorfstrasse steht.
Eine Flugaufnahme in den 80er Jahren
Bilder Leo Diethelm
Leo am Schützenfest
Leo 1966 das letzte Foto von ihm
An einem Turnfest in Lütisburg
Das Bild ostern 1966 als Leo mich das letzte Mal sah.
Altendorf sz
Altendorf Altendorf ist die Heimatgemeinde von unserem Geschlecht Diethelm. Es gibt aber auch in den anderen Märchler Gemeinden viele diesen Namens. Wo der genaue Ursprung ist, weiß ich leider nicht. Da müßte ich Nachforschungen anstellen. "lächl" in einigen Jahren vielleicht. Die Geschichte von Altendorf beginnt erstmals Urkundliche Erwähnung als "Rahprehteswilare" am 14. Aug. 972 in einer Urkunde Kaiser Ottos ll. In welcher dem Kloster Einsiedeln Güter bestätigt wurden. Der Name bedeutet Weiler oder Dorf des Raprecht und dürfte auf ein Geschlecht des 7-8 Jahrhundert zurückgehen. Nach der Gründung der heutigen Stadt Rapperswil anfangs des 13.Jahrhunderts wurde der Ort mit der Kirche des hl.Michael "Vetus villa Rapperswile" genannt. Mitte des 15.Jahrhunderts erstmals mit deutschem Namen "Zu dem alten Dorfe" woraus die Bezeichnung Altendorf entstand.
"Steinegg" das Elternhaus von meinem Großvater Martin Diethelm
Das Dorfzentrum Altendorf
Flugaufnahme Altendorf 1970 Kath. Kirche Altendorf Der Hof und Gasthaus "Steinegg" wurden von seinen Geschwistern und deren Familien weitergeführt. Es waren 5 Söhne und ein Mädchen die zur "Familie Diethelm" Steinegg Altendorf gehörten. Sie hießen soviel ich weiß; Josef - Martin - Bernhard - Anton und Krezenzia. Deren Familien sind in der ganzen March verteilt, soviel ich noch weiß.
Gausthof Steinegg und Johannisburg Altendorf heute. Meine Mutter arbeitete in den 30er Jahren in der Johannisburg. Dort lernte mein Vater sie kennen. Oft ist er mit dem Velo oder auch zu Fuß von Siebnen, wo er bei der Familie Düggelin viele Jahre als Knecht arbeitete, nach Altendorf gegangen.Sie beschlossen zu heiraten. In Altdorf Uri heirateten sie am 8.Mai 1940. Ich habe einige schöne alte Geschichten gefunden, die ich später hier einflechten möchte. Also immer wieder reinschauen! @ mary rosina 01.06
Flugbilder Altendorf aus heutiger Sicht
Montag, 13. März 2006
Schättin Familie
Tante Martha und mein Götti Josef Knobel Hintere Reihe; mein Cousin Armin Huber und seiner Frau
Meine Taufgotte Benedikta Fäh Rapperswil - Jona
Taufbild von Renate Schättin Paten: mein Däddy und Tante Martha
Renate und Karin Schättin auf Besuch in der Haslen beim Götti
Hochzeit von Renate und Bruno Böni-Schättin Mit Gotte Martha und Götti Meinrad
Die Familie meiner Mutter Maria
Die Familie meiner Mutter lebte in Wangen sz. Gleichzeitig war dieses Dorf auch die Heimatgemeinde der Schättin Familien.Viel weiß ich über die Vorfahren nicht. Bilder; Kaspar Schättin mit seiner Familie;Kurt-Erich-Georg-Martha-Elisabeth. Martha mit ihrem Mann Josef- ihr Bruder Erich und ihr Sohn Gunther. Georg mit seiner Frau Erika und den Kinder; Brigitte, Karin, Renate, Baby Ursula.
Familie Kaspar Schättin
Tante Martha mit meinem Götti, ihrem Bruder Erich und Sohn Gunter
Georg mit seiner Familie Einige der Geschwister von meinem Großvater Thomas Schättin, deren Familien leben immer noch in Wangen oder deren nächsten Umgebung. Das waren die Karolina - Theres - Kaspar und Xaver. An einige der Familien mag ich mich auch noch gut erinnern. Schättin Xaver war der Patenonkel von meiner Mutter. *
Die Familie meiner Mutter Thomas und Anna Schättin Wangen Der Hausnahme meiner Großeltern war; Fuhrmannschättinthomas. Man erzählte sich aber auch, daß das Pferd oft den Heimweg alleine finden mußte, weil er die Wirtschaften auch belieferte und oft genug der Lohn gleich wieder da ließ. Großmutter wußte oft nicht von was sie die Kinder satt kriegen sollte. Die älteren mußten zu den Bauern zum helfen, damit wenigstens etwas auf den Tisch kam, oft genug auch aus Mitleid. Meine Mutter sagte öfters, dieses Mitleid sei das gewesen, was am meisten weh getan hätte. Oder sie bekamen abgelegte Kleider, die sie dann aufmachten und neue für sich nähten. Begehrt waren vor allem dicke Stoffe, wo man Hosen für die Buben und Mäntel für die Mädchen nähen konnte. Doch die Zeiten waren halt auch nicht die besten, überall war vieles einfach Mangelware. Sie waren 9 Kinder zu Haus - Anna - Maria - Thomas - Wendelin- Paul - Lina - Josef - Fritz - Greth. Grossvater war ein jähzorniger und rechthaberischer Mensch. Wenn er nicht das bekam, was ihm zustand, gab es genug Prügel für alle. Auch was essbares mußte für ihn immer dasein. Weil das Geld jedoch Mangelware war, mußten die Kinder so schnell wie möglich in die Fabrik zum arbeiten, Anne und Maria gingen mit 13 Jahren dahin, damit etwas Geld ins Haus kam.Für sich bekamen sie nichts. Mutter, erzählte, sie besaß nicht einmal richtige Winterschuhe, einen Mantel der aus altem Stoff zusammengesteppt war und in einen Sommermantel eingenäht. Kaum mehr vorstellbar. Gott sei Dank nicht mehr vorstellbar. Nach einigen Jahren gelang meiner Mutter den Absprung nach Arosa. Sie arbeitete als Zimmermädchen im großen Hotel Tschuggen. Und war erst mal froh, weit weg zu sein, das erstemal konnte sie ihren Zahltag selber behalten. Sie kam sich unwahrscheinlich reich vor. Dank dieser Zeit konnte sie sich auch einiges zusammensparen und sich auch zum erstenmal einen Wintermantel kaufen und warme Schuhe dazu. Zum erstenmal war sie glücklich, keine Schläge mehr, konnte einfach mal nach ihr schauen. Als sie volljärig war mit 21 Jahren ging sie wieder in die Heimat zurück und sie fand in der Johannisburg eine Stelle als Hausmädchen /Kellnerin. Kaum war sie wieder da, stand der Vater vor der Türe und wollte das Geld abholen, was sie verdient hatte. Da sie jedoch nun Volljährig war gab sie ihm nichts mehr und wurde von ihrem Chef unterstützt dabei. Es wäre besser, er würde sich da nicht mehr blicken laßen, meinte dieser.Die Mutter schickte deshalb ihre Tochter, die sie anflehte was zu geben, die jüngeren Kinder hätten nichts zu essen. Meine Mutter gab ihr das Geld und hatte wieder etwas Ruhe. Dann kam die Liebe zu ihr. Sie lernte meinen Vater Meinrad kennen und lieben und sie beschlossen zu heiraten. Am 8.Mai 1940 ließen sie sich in der Kirche zu Altdorf Uri von einem ehemaliger Galgener Pfarrer trauen und bezogen an der Kreuzstrasse - Siebnen eineWohnung. Großmutter Anna ließ sich in den vierziger Jahren scheiden und zog mit den jüngsten Kinder wieder in ihre Heimat das Glanerland. Eine Scheidung in jenen Jahren war ein großer Schritt, doch man hätte gewünscht, das sie das viel früher gemacht hätte. Ich weiß noch, daß sie nochmal geheiratet hat und in den fünfziger Jahren in Glarus gestorben ist. Grossvater Thomas ging nach Zürich und ließ sich nicht mehr viel blicken. 1961 wurde er krank und ging zu seiner Schwester Karolina nach Wangen und meine Mutter ging hin und half bei der Pflege bis er dann 1961 zwei Wochen nach seinem Sohn Wendelin starb. Meiner Mutter Geschwister wohnten zerstreut in der ganzen Schweiz verteilt. Von Luzern der Paul bis Romanshorn der Josef. Anne und Greth blieben im Glarnerland. Lina zog im Kt. Luzern herum. Der Fritz war in Winterthur. Thomas war auch mal hier und mal da. Wendelin starb nach einem Unfall 1961. @ mary rosina 02.06
Lütisburg im Toggenburg t2
Lütisburg das Dorf der vielen Brücken
Das Gemeindegebiet .Die im wesentlichen auf der Thurseite liegende Gemeinde Lütisburg bedeckte ursprünglich eine Fläche von 3960 Jucharten(1427,6 ha) Der Gemeinde wurden zugeteilt die Ortschaften und Höfe- Alenschwanden, Altegg, Dottenwil,Tuferswil, Eglisboden, Gonzenbach, Guggenloch,(Mühle) Loo, Mühlau,Chrummentürli, Chrummenacker, Haslen, Herrenberg, Halden, Nord, Oberrindal, Obersies Ramsau, Rimensberg, Schauenberg, Tierhag, Unterrindal, Wildenhof Winzenberg. Die Fläche der Gemeinde Lütisburg beträgt heute 1408 ha die Gemeinde zieht sich in alle vier Himmelsrichtungen weit auseinander. Strassen und Verkehrswege ; Die alte Toggenburgerstrasse Bazenheid- Bütschwil führte usprünglich von der Thurbrücke hinauf nach Altgonzenbach und von dort den steilen Abhang hinauf nach Bütschwil. Im Jahre 1838 wurde die Haupt -und Handelstraße nach Flawil vom Staat übernommen. Es folgte darauf ein Neubau der Straße von Unterrindal, bis hin zur Grenze Jonschwil. In diese Zeit fällt auch das Wegfallen der Brücken- und Wegzölle. Die Mühlaustrasse wurde von der Gemeinde gebaut, während die Holzbrücke von Privat gebaut wurde. Von Elias Baumann. Am 9. September 1851 wurde die Brücke eingeweiht. Diese Holzbrücke wurde in den Jahren 1951/52 durch eine Betonbrücke ersetzt. Die alte Holzbrücke wurde auf 24 m verkürzt und steht heute noch in der Aachsäge (heute Mogelsberg) die Straße Rimensberg - Oberrindal, Tufertswil - Winkelholz - Herrensberg - Rimensberg- Hasenrain -Chrummentürli - Dottenwil - Magdenau. Diese vielen Strassen und Brückenbauten belastet bis in die heutigen Tage die Gemeindekasse schwer. 1840 wurde die sogenannte Letzibrücke als Holzbrücke über den Necker auf dem Weg nach Ganterswil gebaut. Seit 1969 besteht eine Betonbrücke und die alte Holzbrücke ist als Fußweg noch in Gebrauch. Auf dem ganzen Gemeindegebiet gibt es unzählige kleine Brücken und Stege und die vielen zum Teil steilen Strassen müßen unterhalten werden. Die jeweiligen Bewohner , die Hofbesitzer mußten ihren Teil immer selber dazu tun, meistens mit ihrer Arbeitskraft, denn reiche Großgrundbesitzer gab es keine.
Ein Bild das zeigt wie Ländlich diese Landschaft ist.
Das Typische Lütisburger Bild mit den drei Brücken Die Holzbrücke steht unter Denkmalschutz und nur noch für Fußgänger zugelassen.
Das Bild mit den drei Brücken, hinten der Eisenbahnviadukt, dann die kleine Betonbrücke über den Gonzenbach der da in die Thur fließt und die alte Holzbrücke. Das sind die Wahrzeichen von Lütisburg Die bedeutenste Brücke ist die gedeckte Thurbrücke bei Lütisburg. Sie ist die längste, je im Toggenburg gebaute Holzbrücke und überspannte ursprünglich im freien Trapez die 58 m breite Thur. Sie erstzte einen Steg, der mit Saum- und Reitpferden zu begehen war. Diese Weg wird schon zu Zeiten der Grafen von Toggenburg erwähnt. Die Lütisburg wurde zeitweise von den Grafenfamilie als Hauptsitz genutzt. Wer sollte ihnen dies verdenken, daß es an diesem strategisch wichtigen Standort, talherrschend und doch im Schutz von Wald, Wasser und Felsen eine Burg erbauten. Erste Bilder mit der ältest bekannten Brückenkonstruktion dürften so um 1707 gemacht worden sein. Die heutige Brücke dürfte zwischen 1789-1791 von Johann Ulrich Haltinger erbaut worden sein. 1896 wurde sie verstärkt und überholt. 1937 wurden die beiden hölzernen Brückenjoche durch massive, mit Natursteine verkleidete Strompfeiler ersetzt. Das Dach wurde von der ursprünglichen Höhe von 3,5 mauf 4,5m angehoben und über die Verbreiterung hinausgezogen. In dieser Form dient die altehrwürdige Holzbrücke noch heute dem Fußverkehr. Im Mai 1989 wurde das 200 jährige Bestehen, mit der Bevölkerung gefeiert. Sie steht unter Heimatschutz. Eine ca 200 m thurabwärts steht eine neue Betonbrücke, die den Verkehr bewältigt, was die gute alte Holzbrücke nicht mehr schaffte.
Du hast einen schönen Beruf sagte das Kind zum alten Brückenbauer Es muß doch schwer sein, Brücken zu bauen! Wenn man es gelernt hat, ist es leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen. Die anderen Brücken sind viel schwieriger sagte er, die baue ich in meinen Träumen. Welche anderen Brücken? Fragte das Kind nachdenklich. Er wußte nicht, ob das Kind ihn verstehen würde. Dann sagte er: Ich möchte eine Brücke bauen. Von der Gegenwart in die Zukunft. Ich möchte eine Brücke bauen, von einem Menschen zum anderen! Von der Dunkelheit in das Licht, von der Traurigkeit in die Freude. Ich möchte eine Brücke bauen, von der Zeit in die Ewigkeit, über alles Vergängliche hinweg. Das Kind hatte aufmerksam zugehört.,es hatte nicht alles verstanden spürte aber daß der alte Brückenbauer traurig war. Weil das Kind ihn wieder froh machen wollte, sagt es, ich schenke dir meine Brücke. Und das Kind malte für den Brückenbauer, einen wunderschönen Regenbogen. @ mary rosina 02.06
Umzug nach Lütisburg 1958 t3
Bis ins Jahr 1957 lief alles gut für die Familie. Vater arbeitete eine zeitlang als Gramper an der Bahn. Doch die Arbeit, der Hof und Familie wurde einfach zuviel, deshalb war er froh als er in einer Möbelfabrik in Lachen anfangen konnte, Meinrad kam aus der Schule und fing eine Schneiderlehre in Siebnen an, was seinem Naturell sehr entgegen kam. Er war sehr talentiert, was ich viele Jahre später öfters beneidet hatte. Bei Vater in der Fabrik wurden Stellen gestrichen, er also Angst bekam seinen Arbeitsplatz zu verlieren könnte, denn er war ja nicht gelernt.Da sich das mit einem Hof nicht zu realisieren schien, suchte erst nach einem Haus und dann nach Arbeit. Das schien sich dann als richtig herauszustellen. Er fand ein älteres Haus, allerdings nicht in der March sondern über dem Pass Ricken, am Ende des Toggenburgs, in Lütisburg. Unser Haus 1958 als Vater es kaufte
Vater renovierte es nach und nach, damit es gut da stand. Für damalige Zeit war das furchtbar weit weg.Auto hatten nur ganz wenige der Bekannten und Verwandten und mit dem Zug war es umständlich, mit umsteigen und dann noch einen Fußweg von 40 Minuten, bis man dann zu Hause war. Für heutige Verhältnisse kaum noch forstellbar. doch als er dann auch noch eine Arbeit fand,wieder in einer Schreinerei, nur einen halbstündigen Fußmarsch vom Haus entfernt ,war das für meine Eltern sonnenklar, es hieß umziehen. Unser Haus 1989 als Mutter es verkaufte. Doch das hiess für meinen Bruder Meinrad , der in das letzte Jahr seiner Lehre kam , dableiben, also mußte ein Zimmer für ihn besorgt werden, was keine große Übung war. Doch was war mit Leo, Der Kanton Schwyz hatte damals noch 7 Schuljahre, der Kanton St.Gallen, zu dem Lütisburg gehörte hatte aber 8 Schuljahre. Leo streubte sich behaarlich nach Lütisburg mitzugehen, dieses 8 Schuljahr wollte er nicht machen, aber dann durfte er nicht umziehen. Er mußte ein Jahr warten, dann war er alt genug um in eine Lehre zu gehen. Also ging er als Knecht auf den Hof von Onkel Martin. Walter mußte mit umziehen, ob er nun wollte oder nicht, denn er mußte noch 2 Jahre zur Schule. Ich wollte natürlich auch nicht mit, von denn meine zwei Bezugspersonen die ich hatte, Leo und meine Großmutter vom Gfell, wollte ich mich nicht trennen.doch mein Geschrei imponierte niemanden. Bis mich Leo wiedermal in den Bollerwagen steckte und Richtung Gfell lief. Da das aber in der Zwischenzeit öfters der Fall war, kamen wir auch nicht mehr weit. Man beschloss, daß ich über die Anfangsphase zur Großi gehen darf, und wenn alles erledigt war nach Lütisburg gehen mußte. So war ich mit den Menschen die ich sehr liebte zusammen, Meinrad kam immer über das Wochenende und Leo meistens Sonntags nach der Kirche .
Leo mit seinen drei Cousinen Lina - Edith und Silvia. Er fühlte sich bei Onkel und dessen Familie wohl. Meinen Aufenthalt wuchs sich bis in den Herbst aus, was mich nicht traurig machte. Inzwischen hatte Leo auf das Frühjahr 1959 eine Lehrstelle als Maurer in Lütisburg selber gefunden und konnte seiner Zukunft gelassen entgegen sehen. Meiri war mit der Schneiderlehre fertig, wollte aber ins Hotelfach wechseln, er ging nach Biel-Bienne machte eine Zusatzlehre im Hotelfach, alles was er seit dieser Zeit gemacht hatte, erfuhr ich erst viele Jahre später. Er hatte Streit mit den Eltern und kam von dieser Zeit an nicht mehr nach Hause. Walter arbeitete während seinen zwei Schuljahren in Lütisburg noch auf einem Hof im Dorf, doch er wollte nicht Bauer werden, da war er nicht der Typ zu. Walter kam aus der Schule und ging in St.Gallen arbeiten, der Kontakt zu ihm war sehr spärlich.Leo machte seine Lehre fertig, Ich kam 1960 in die Schule von Lütisburg. Schulweg von 3/4 Stunde war für mich nun in den nächsten Jahren bestimmend. Die Zeit war für mich in Ordnung. Leo war da und da wo er war, war es gut für mich. Keine Schläge kein Geschimpfe, denn Leo griff immer ein und stoppte das ganze. Mutter nahm sich auch zusammen, wenn Vater zu Hause war, denn sie wußte genau, daß er das nicht akzeptieren würde.Diese Jahre gingen für mich soweit gut vorüber, doch mein Leben, sollte nie mehr so sein wie diese Jahre. Ich mußte meinen liebsten Menschen hergeben, wurde nicht gefragt, er auch nicht, der Herrgott hat es entschieden, was ich allerdings nicht begreifen konnte.
Das einzige Familienfoto das es gibt. 1960 gemacht.
Da war die Welt noch in Ordnung. Leo mit seinem neuen Velo, das damals noch einen Wert hatte und er mächtig stolz darauf Nachher kaufte er sich ein kleines Mofa, damit er doch etwas unabhängiger war. Denn wenn man so abseits wohnt, gibt es nur laufen, Velo oder Mofa fahren. Leo war ein hervorragender Schütze und im Schützenverein ein aktives Mitglied. Spielte auch immer Theater, wann immer was gemacht wurde in der Gemeinde. Er hatte einen großen Freundes und Bekanntenkreis, weil er ein liebevoller, hilfsbereiter Mensch war. Er und ein Mitarbeiter seines Lehrbetriebes hatten vor sich selbständig zu machen. Er hatte sich für eine Zeit in einem Betrieb, der vor allem auf Tiefbau spetzialisiert war, verpflichtet, sein Vertrag endete am 1. Juni 1966. Da sie aber auf auf einer Baustelle, eine Neue Rheinbrücke in Sennwald, noch nicht ganz fertig waren, sie mußte noch von den Gerüsten befreit werden, denn am Sonntag 5 Juni 1966 sollte sie eingeweiht werden. Leo blieb, so verantwortungsvoll wie er war, dabei und wollte dann am Samstag nach Hause zu kommen. Am 2.Juni 1966 war es mit all seinen Plänen und Wünschen vorbei. Er verunglückte auf dieser Baustelle tödlich, und für mich, war nichts mehr, wie es mal war. Er kam nicht heim und blieb, so wie er mir immer gesagt hatte, er kam und war nicht mehr da. Was ich damals fühlte, dachte, wollte, schrieb ich in einen Brief an ihn, weil ich mit all dem Ganzen nicht umzugehen wußte, und keiner sich fragte, wie es mir ging. Es war halt so und basta. @ mary rosina
Das letzte Bild von uns drei.
Warum gerade Du?
Diesen Brief habe ich bei meiner Mutters Sachen in der Schatzkiste gefunden. Ich hatte keine Ahnung, daß sie ihn gefunden hatte, genausowenig, daß sie ihn kannte. Er war ganz zerfledert, kaum noch leserlich. Ich hatte ihn auch tausendmal gelesen und viele unzählige Tränen tropften drauf. Es gab zwei davon, den einen habe ich tief in das Grab von meinem Bruder Leo eingeraben, als ich von zu Hause fort ging und den anderen zu meinen Sachen gelegt die zu Hause blieben und auf dem Estrich landeten. Ich habe diesen Karton nie mehr gesehen, denn ich war nie mehr lange genug zu Hause um auf dem Estrich rumzuklettern. Auch wenn ich damals dachte, die Welt würde untergehen, so ging es für mich weiter und Trauer wurde weniger, auch wenn die Narben blieben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Brief einschreiben soll, er gibt soviel von meinen Gefühlen frei, Wut, Trauer alles was ich als Mädchen durchlitten hab. Doch vielleicht kann ich jemanden anders Mut machen, zeigen, daß doch nicht alles verloren ist und es weitergeht. Vielleicht ist jemand genauso allein mit seiner Trauer, wie ich damals alleine damit war. Also werde ich diesen Brief im Orginal einschreiben und nichts verändern, dazu habe ich mich nun entschieden. Wann? Wenn ich die Kraft dazu habe! - meine Brüder Meinrad - Leo - Walter 1965
Siberhochzeit meiner Eltern 1965
Meine Brüder Meinrad und Leo 1964 zum Zwanzigsten von Leo
Walter an seinem zwanzigsten 1965
Wo liegt der Berghof?
Der Berghof liegt zwischen dem Wägital, das zur Gemeinde Vorderthal gehört und Siebnen im Tal liegend. Die Gegend heisst "March" und gehört zum Kanton Schwyz. Einige zur March zählenden Gemeinden sind; Altendorf - Lachen - Wangen - Galgenen - Siebnen - Wägital, die für mich im Leben auch mehr oder weniger eine Rolle gespielt haben. Auch ist fast die ganze Verwantschaft in diesen Dörfern zu Hause. Bilder: Karte von der March, Blick auf Siebnen - Wangen, In der Ferne Siebnen, Lachen am See
Der Berghof gehörte über viele, viele Jahre meiner Familie, seitens meines Vaters. Auch ich und meine zwei Brüder haben über einige Zeit noch bei meiner lieben Großmutter auf dem Hof gelebt.
Vorderthal mit Aubrig. Etwas über die Geschichte des Wägitals und über die beiden Dörfer Innerthal und Vorderthal. Vorderthal bildet das Zentrum des stillen und idylischen Wägitals, das als Naherholungsgebiet beliebt ist. Ursprünglich war die Gegend nur als Sömmerungsalp von den Märchler Talgemeinden; benützt worden.Siebnen - Wangen - Galgenen - Lachen - Altendorf. Noch heute ist das Tal landwirtschaftlich geprägt. Das Dorf Vorderthal liegt in einer sanften Mulde, zu Füßen des Großen Aubrig am Ausgangspunkt des Sattelegpasses, der die Erschließung in die Innerschweiz ist. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 602 m bis hinauf zum Großen Aubrig auf 1695 m. Seine erste Ansiedlung erhielt Wägital um das Jahr 406. Bis in das Jahr 1350, war das Wägital der Grafschaft Alt-Rapperswil unterworfen. Mit der Trennung des Wägitals 1776 erfolgte die Bildung zu zwei selbständigung Gemeinden. Vorderthal und Innerthal.Die urkundliche Siegelung nahm die Genossame vor, die damals einen Teil der Gerichtsbarkeit innehatte. 1798 erstellten die gnädigen Herren zu Schwyz der March und dem Wägital nach langem Bitten die Befreiungsurkunde aus. Bis zu Beginn des 19 Jahrhunderts hatte der ins Wägital führende Weg nur aus einem Pfad bestanden, der an sumpfingen Stellen noch durch Holzpfähle gestützt war. 1861 wurde die erste Strasse die durch die enge Talschlucht führte fertigggestellt. 1894 fuhr die erste eidgenössische Pferdepost ins Wägital, über eine mehr als 10 km lange sehr kurvenreiche Strasse. 1908 erhielt das Wägital den Stromanschluss. Der jedoch damals noch nicht in die höher gelegenen Gehöfte gelegt werden konnte. Unser Berghof bekam erst Ende der 50 er Jahre Strom gelegt. Ich erinnere mich noch an die Petroliumlampen und Kerzenlicht. Für die Heutigen Zeiten kaum mehr vorstellbar.
Das Dorf Innerthal an der Wägitaleraa gelegen, vor der Sprengung des Kirchturmes und füllen des Stausees.
Das erste Postauto 1922 - Sprennung der Kirche Das Dorf Innerthal vor Die ersten Sondierungen zur Abklärunge der geologischen Verhältnisse des Talbodens von Innerthal wurden 1919 gemacht. 1921 war die Gründung der AG Kraftwerk Wägital durch die NOK und der Stadt Zürich.1922 - 1925 war der Bau der Staumauer für den Wägitalersee. Dies war für das Wägital ein sehr einschneidendes Erlebnis. Durch den Aufstau des Sees, mußten weit über 100 Personen die Gemeinde Innerthal verlassen Häuser und Bauernhöfe wurden einfach überflutet nur die Kirche wurde gesprengt. Den einen wurde ein Heimwesen in höheren Lage angeboten, aber nicht für alle reichte das Land aus. Viele liessen sich in der damaligen schlechten Zeit mit Geld entschädigegn. (8 Rappen pro Quadratmeter Boden) und verliessen das Tal. Bauten sich woanders wieder eine Existenz auf. Mein Vater und meine Großmutter erzählten viel davon, weil auch aus der eigenen Verwandschaft Menschen betroffen waren. Einige sogar nach Amerika ausgewandert.
Landschaft und Naherholungsort heute.
Wägitalersee und Landschaftsbilder heute Der Wägitalerstausee beliefert heute noch den Strom ins Tal. Er liegt auf 900 m.ü.M.Der Berghof liegt zwar näher im Vorderthal, gehört aber zu der Gemeinde Siebnen. So mußten die Kinder über den Stalden nach Siebenen zur Schule und in die Kirche laufen. Was vor allem im Winter eine rechte Plage war.Ich selber kenne den Weg auch noch, denn ich lief mit meinen Brüdern oft stundenlang von unserem Wohnort Wangen bis zum Berghof, mit meinen kleinen Füßen eine Leistung. "lächl" Siebnen ist keine eigenständige politische Gemeinde, sondern das Dorf der drei Gemeinden.Galgenen - Schübelbach - Wangen. Das Dorf ist deshalb auch oft auf den Goodwill der drei Muttergemeinden angewiesen, wenn es um die Dorfgemeinschaft Siebnen direkt geht. Doch Siebnen hat eine gesunde Strucktur und gesundes Gewerbe, so dass es doch eine alteingesessene Bevölkerung hat. @ mary rosina 01.06
Siebnen - Galgenen
St. Wendelinsbrunnen Kath. Kirche Siebnen
Siebnen Dorf Etwas Geografie Das Gebiet der Gemeinde Galgenen (Gemeindeteile Galgenen, Siebnen-Galgenen) liegt zwischen 420 und 1277,.ü.M. Die Grenzen werden größtenteils natürlich gebildet, und zwar im Norden und Osten durch die Wägitaleraa und im Westen durch den Lauf des Spreitenbaches. Die beiden Schwerpunkte bilden der Dorfteil Galgenen und der Dorfteil Siebnen-Galgenen, der durch die Wägitaleraa vom übrigen Ort Siebnen getrennt wird.
Die Ortschaft Siebnen gehört zu den drei Gemeinden Galgenen - Schübelbach und Wangen. Die Grenzen verlaufen mitten durch den Dorfkern. Einzig kirchlich und postalisch bildet Siebnen eine Einheit. Die struckturell in sich geschlossene Dorfgemeinschaft verfügt über eine kommunale Selbstverwaltung. Dies ist ein Unikum, weil sehr selten ein derart großer Ort kein eigenständiges politisches Gebilde ist. Örtlich zu regelnde Angelegenheiten sind deshalb vielfach Kompromisse zwischen den kollektiven Bedürfnisse der Ortschaft Siebnen als Ganzes und den Entscheidungen der Muttergemeinden. Die Selbstverwaltung im öffentlichen Bereich ist dreigeteilt. Daß es bis heute trotz dem Fehlen einer kommunalen Autonomie gelungen ist, die bevölkerungsbezogenen Rahmenbedingungen in fast allen Bereichen der örtlichen Infrastruktur so in Einklang zu bringen, daß keine ernsthaften Konflikte entstanden sind, mag den Aussenstehenden zunächst erstaunen. Die Standortgunst, die gute Verkehrslage, die vorgegebenen wirtschaftlichen Strukturen, sehr viel positive Eigeninitiative der Dorfbewohner und privater Körperschaften, aber auch die wachsende Solidarität der Muttergemeinden, haben ungeachtet der komplizierten Rechtsverhältnisse die Entstehung und den Ausbau einer wohnlichen Dorfgemeinschaft gefördert. Durch den Bau der Autobahn,Zürich-Chur, brach ein richtiger Bauboom in Siebnen-Galgenen aus. Kleine Siedlungen entstanden, der ländliche Charakter wurde jedoch beibehalten, was der Charme der Gemeinden heute ausmacht. @mary rosina 01.06
Sonntag, 12. März 2006
Berghof "Gfell "
Auf dem Berghof " Gfell " lebten meine Urgroßeltern Melchior und Barbara Ziegler - Kessler - mit ihren 9 Kindern. Es waren 7 Mädchen und 2 Buben, die alle großgezogen werden mußten, allein mit dem Berghof als Verdienst.
Meine Urgroßeltern Barbara und Wendelin Ziegler-Keßler Leider das einzige Bild, das ich von ihnen habe.
Hochzeitsbild von meinen Großeltern Rosina und Martin Diethelm- Ziegler Von Großvater Martin habe ich kein Bild mehr. Als 1911 ihre Tochter Rosina - Martin Diethelm von der Steinegg aus Altendorf heirtatete arbeiteten sie zusammen auf dem Berghof. Die Kinder kamen wie Orgelpfeiffen; 1912 Rosa - 1913 Martin - 1914 Meinrad 1916 Alois 1917 Paul - nach dem Tod von Vater Martin kam 1919 Maria 1918,schlug das Schicksal unerwartet zu, als der junge Vater starb. Seine Frau Rosina stand hochschwanger mit dem jüngsten Kinde,Maria. Nur durch den Zusammenhalt der Familie schafften sie die schwere Arbeit auf dem Hof. Die Kinder mußten früh mithelfen und hatten eine schwere Jugend. So brachte man den Hof über die Runden. So gingen die Jahre dahin, die Kinder wurden groß, sie erzogen sie alle zu anständigen und rechtschaffenen Menschen. Das Haus war das Dach über dem Kopf, das Vieh und der Garten das Essen. Der Hof zu bewirtschaften war zwar schwer und anstrengend, aber Hungern mußten sie nie. Das Heu, das man im Sommer im oberen Stall gelagert hat, wurde im Winter mit dem Hornschlitten runter geholt. Das war leichter als im Sommer runter zu tragen. Auch das Holz, das man geschlagen hatte, wurde mit dem Schlitten, wenn es gefroren war ins Tal gefahren. Das war nicht ungefährlich, was mein Vater schmerzlich erfahren mußte. Er konnte den Schlitten nicht mehr halten, stürzte und bekam einen Spitter ins Auge. Bis er von dem steilen Hang, die weite Strecke ins Dorf und die mehr als einstündige Fahrt ins Krankenhaus gebracht wurde, war das Auge nicht mehr zu retten. Von da an hatte er ein braunes und ein grün/graues Auge. Als Kind fand ich das lustig, denn sowas hatte nur mein Vater, er war halt was besonderes. Ich weiß, daß mein Vater den Hof gerne übernommen hätte, er war Bauer aus Leib und Seele. Er arbeitete als Knecht bei anderen Bauern, half aber trotzdem auf dem Hof immer noch mit. Seine Schwester Rosa heiratete und zog nach Tuggen, wo sie auch all die Jahre lebte. Sein Bruder Martin heiratete Lina und übernahm den Hof seiner Frau. Alois und seine Frau Olga lebten in Siebnen, Maria heiratete auch auf einen Berghof und bewirtschaftete mit ihrem Mann Mathe diesen Hof. Nur Paul blieb ledig, blieb bei seiner Mutter und übernahm den Berghof. Mein Vater war darüber sehr entäuscht, wie er immer sagte, doch auch er fand seinen Lebensweg. Man sagt ja nicht umsonst; alles hat einen Sinn im Leben, auch wenn man den im Moment nicht verstehen kann.
Mein Vater mit seinen Brüder und Mutter Rosina Diethelm
Onkel Paul heiratete und bewirtschaftete den Hof und Großmutter konnte sich etwas zurück ziehen. Wie viele ihrer Generation, konnte sie nicht ohne Arbeit sein, wenn sie auch auf die Leichteren zurück griff. Pauls Frau brachte ein Kind mit, dan dem sie viel Freude hatte. Dann kamen die ersten Urgroßkinder von Agatha, Tochter von Rosa aus Tuggen. Wie erzählte sie immer am Telefon; wie sehr sie diese Zeit geniesse, nochmals ein Baby in den Armen zu halten, sei das schönste. 1966 mußte sie den Tod meines Bruders und ihres Großkindes Leo hinnehmen, was ihr sehr nahe ging, war er doch soviel und oft bei ihr auf dem Hof. Sie sagte, warum er, so jung, warum nicht ich, bin doch alt. 1967 durfte sie dann friedlich einschlafen. Das Schicksal des Berghofes wurde 1974 besiegelt, als mein Onkel Paul unerwartet starb und seine Frau alles verkaufte. So war der Hof, der sovielen meiner Familie die Heimat gewesen war unwiederruflich für unsere Familie verloren, was besonders meinem Vater verständlicherweise sehr weh tat. Doch das Schicksal hatte mit meinem Vater was andres vor. Er hatte einen schweren Unfall im Betrieb und konnte nachher nie mehr richtig arbeiten. Damit hatte unsere Familie ihr eigenes Päcklein zu tragen. Ich bin viele Jahre später einmal zum Hof hochgelaufen und was ich dann sah, tat sehr weh. Das Haus war verlottert, Scheiben eingeschlagen und notdürftig mit Bretter zugenagelt. Doch das ging nicht nur uns so, vielerorts wurden die Bergheimet verlassen und nicht mehr bewirtschaftet, zu streng und kein Auskommen mehr für eine Familie waren oftmals der Grund. So war halt der Welten Lauf und nicht mehr zu ändern.
Tante Maria jüngste Schwester und Rosa die älteste Schwester meines Vaters @ mary rosina 01.06
Meine Mutter
Meine Mutter mit ihrer Schwester Anna
Bilder meiner Mutter als junge Frau
Mutter und ihre Schwester Anna mit Arbeitskolegen von der Fabrik
Haslen -Lütisburg t3
Der Umzug war vorüber und im Herbst ging ich vom Gfellhof dann auch hierher, nach Lütisburg. Walter tat sich schwer in der neuen Schule, er wurde viel gehänselt, auch wegen seinem Dialekt, das in der March ganz anders war als im Toggenburg. Als dann im Frühjahr 1960 auch Leo noch kam und seine Lehre als Maurer im Dorf anfing, hatte es Walter dann ein wenig leichter, doch er wollte, nach der Schule gleich fort, er ging nach St. Gallen, kam aber oft Heim am Wochenende. Walter kam aus der Schule und ich in die erste Klasse, ein fliegender Wechsel sozusagen. Walter und Leo waren in der Jungmannschaft, Walter war Fahnenträger und Leo Nebenläufer.So gingen die Jahre dahin. Ich kam im April 1960 Montag nach dem weißen Sonntag in die Schule, 9:00 Uhr - 11:30 Uhr und 13:30 Uhr - 16:00 Uhr Mittwoch und Samstag Nachmittag war frei. Der lange Schulweg war das was mir am meisten Probleme machte, meine Freundin Gerda, Hansueli und Klärli, Vreni und ich, wir hatten den gleichen Schulweg. Oft vergassen wir die Zeit beim Nachhause gehen, weil wir unterwegs spielten, es gab ja sovieles zu entdecken im Wald. Das setzte meistens wieder was ab von Mutter, erstens weil so spät und zweitens meistens sehr schmutzig. Meine ersten Schultage. Den Schulranzen musste man immer mitnehmen, was auf dem langen Weg echt mühsame war und je nach Gewicht Rückenschmerzen verursacht hat. Ab der zweiten Klasse durfte man der Ranzen in der schule lassen, nur das was man für die Hausaufgaben brauchte mußte man mit nehmen. Verärgert und traurig, mit Leo und Walter und Cousine Antoinette Weber
Meine Schulzeit Der erste Schultag war immer an dem Montag nach dem Weißen Sonntag. Tage vorher mußte ich meine Mutter schon genervt haben. Um sechs Uhr stand ich schon auf und packte zum hundersten Male meine Schulranzen aus und ein. Wie stolz war ich. Meine allerschönste Schiefertafel, das Schwammkästchen, die Griffel und Bleistift und sechs ganz neue Farbstifte. Ich hatte es von meinem Götti auf Ostern geschenkt bekommen. Meine Mutter hatte mir gesagt, daß ein Mädchen von der Mühlau, mit uns mitlaufen werde. Also da muß man wissen, Heute geht da ein schöner Wanderweg, damals war es halt ein Trampelpfad. Von unserem Haus entweder nur runter oder nur rauf, wie man ging zu dem Weiler Mühlau. Ich hatte beschlossen dem Mädchen entgegen zu gehen, weil ich es wohl aus lauter Zappeligkeit kaum noch aushielt. Ich sehe sie noch heute vor mir, ausser Atem, weil sie den Buckel hochgerannt war, aus Angst zu spät zu sein.Ja , meine Freundin Gerda, so gingen wir viele Jahre zusammen in die Schule, es kamen dann noch die Kinder vom Unterrindal dazu, aber um mit denen mitzulaufen, mußten Gerda und ich auf die Hauptstraßer auf laufen,von uns aus. Der andere Weg lief von unserem Haus flach über die Wiesen dem Wald entlang bis ins Dorf. Das Dorf selber ist an einen Hang gebaut, zwei Steilstücke waren links und rechts mit Häuser bebaut, also immer runter in die Schule und rauf nach Hause. Es sind 2 km und das vier mal am Tag gelaufen, kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Unser erster Schultag war anstrengend, wir waren doch noch klein, die Aufregung, das viele laufen, war ich froh, daß unsere erste Woche nur Morgens war, sodaß wir uns daran gewöhnen konnten. Wir waren eine große Klasse. Maria-Cäcilia-Klara-Gerda-Hansueli Andreas und ich, später kam noch Vreni dazu und Andreas verließ uns. Wir waren also 6 Mädchen und ein Bub. Bis auf Maria und Cäcilia hatten wir alle den gleichen langen Schulweg, Klärli sogar noch mehr als einen Kilometer länger. Was haben wir für eine tolle Zeit gehabt, denn so ein langer Schulweg bietet doch so vieles an tollen Ideen, was wir alles angestellt haben, im Wald oder im Farnwald ganze Häuser gebaut, gegen die Dorfbewohner gekämpft usw.Wie oft haben wir die Zeit vergeßen und sind zu spät nach Hause gekommen, was natürlich von Mutter nicht gerade freundlich aufgenommen wurde. Gerda blieb all die Jahre meine Freundin. Als wir 16 Jahre alt wurden, ich war schon zwei Jahre fort im Internat, kauften wir uns silberne Ringe. Ich weiß nicht, ob sie ihren noch hat, meiner trägt meine Tochter. Als ich sie vor 16 Jahren das letzte mal sahen, trug ihn auch eine Tochter von ihr den Ring. Auch haben wir zwei Jungs im gleichen Alter. Unser Leben verließ in zwei total verschiedenen Bahnen, aber trotzdem hielt unsere Freundschaft. @ mary rosina 02.06
Mein einziges Schulfoto in der zweiten Klasse. Es müßten noch Klassenfotos geben, vielleicht finde ich sie noch? Ein kleiner Trotzkopf
Mit Bruder Leo und Walter und Cousine Rosmarie Weber Patenkind meiner Mutter
Meine Eltern
Mein Vater lernte meine Mutter kennen, als sie in der Johannisburg Altendorf, arbeitete. Er war in Siebnen bei einem Bauern schon einige Jahre als Knecht tätig. Immer öfters nahm er den Fußweg von Siebnen nach Altendorf auf sich, um Mutter zu sehen Auch wenn es noch 7 Tage in der Woche zu arbeiten galt und es keine 5 Tage Woche gab. Sie beschlossen zusammen zu bleiben und somit heirateten sie am 8.Mai 1940 in der Kirche zu Altdorf Uri, weil mein Vater dort einen der Priester kannte, der in Galgenen früher einmal Pfarrer gewesen war.
Meine Eltern Maria und Meinrad Diethelm - Schättin heirateten am 6.Mai 1940 in der Kath. Kirche zu Altdorf Uri Auf der Hochzeitsreise nach Schaffhausen Rheinfall Mussten doch so schnell wie möglich wieder nach Hause, weil der Bauer, bei dem mein Vater als Knecht arbeitete eingezogen wurde. es war Kriegszeit.
Hochzeitsbilder am 6. Mai 1940 in der Pfarrkirche Altdorf UR mit Pfarrer und Mamis Bruder Thomas als Vikar, ganz links
Gruppenfoto auch mit den Trauzeugen
Auf der Hochzeitsreise an den Rheinfall Schaffhauen.
Samstag, 11. März 2006
Sommerzeit - Heuen - Erntezeit -
Sommerzeit Arbeitszeit! Das war der Sommer allemal. Wenn das Heuen anstand, hatten wir immer, wenn das Wetter gut war, Schulfrei, weil viele der Kinder aus Bauernfamilien stammten. Wir hatten zwar kein eigenes Land mehr, aber unsere Arbeitskraft war auch bei unserem Nachbar gefragt. Vater und Mutter arbeiteten auch immer mit, denn es war eine junge Familie und froh jemanden wie meine Eltern zu haben, die soviele Jahre Erfahrung mitbrachten. Maschinell hatte man damals noch nicht soviele Möglichkeiten. Weil viele Wiesen zu steil waren, mußte von Hand gemäht werden, sowie das wenden, drehen, zusammenkehren und , und, und. Zwei Pferde zogen den Wagen, man schob alles Heu nach unten und lud dann auf. Es gab nichts schöneres, als abends runter in die Thur, dem Fluß zu laufen und verschwitzt und zerkratzt vom Heu in das kalte Wasser zu springen. Als ich älter wurde, war meine Arbeit dann das Kinder hüten. Aber ich war gerne auf dem Bauernhof, denn das war ja mein Zuhause gewesen bei meinem lieben Großi, ich half auch im Stall, handeln, füttern und halt einfach alles was ich konnte. Unser Fluß die Thur, ist ein fließendes Gewässer und hatte sehr tiefe Stellen, da konnte man schwimmen ,aber auch Stellen wo es nur Fußhoch ist, das war dann ideal mit den Kindern. Fließendes Gewässer wird halt nicht warm aber zum schwimmen und spielen war es toll und schön. Immer im Sommer hatten wir vier ganze Wochen lang Ferien, die natürlich auch auf den Bauernkalender angelegt waren. Dann kam die Erntezeit für das Obst, schönes zum Verkauf und das andere für den Most. Man machte den Hof Winterfest, wie mein Vater immer sagte. Im Oktober hatten wir nochmals drei Wochen Ferien, die ich meistens mit meinem Vater im Wald verbracht habe. Diese drei Wochen waren mitunter die schönsten des Jahres. Oftmal kam mein Bruder Leo auch mit, dann war es nur noch schön. Mein Vater und Leo waren meine geliebten Menschen, die ich um mich herum hatte. Mein Großi sah ich nur noch ganz selten, denn der Weg war halt ewig lang, zuerst auf den Bahnhof laufen, dann die Zugfahrt und mit dem Postauto und nochmals laufen, dann war der Tag schon bald wieder vorbei. Doch sie hatte ein Telephon bekommen, nun konnte ich mit ihr telephonieren, und ihr doch alles erzählen. Mein Vater hatte sich Kaninchen angeschafft, die er nicht auf Schönheit züchtete sondern auf das Fleisch, das heißt;schön schwer, jedoch nicht fett. Dann pachtete er das Strohried von einem Bauern und dazu die ganz steilen Wiesen, die sie ihm gerne überließen, denn es ist immer eine langwierige Sache diese steilen Wiesen zu bearbeiten. Vater hatte also Stroh und Heu genug für seine Kaninchen. Er baute noch einen größeren Stall und freute sich daran, denn Bauer war er und Bauer blieb er, genau wie Leo und ich. Diese Gene muß meine Yvonne mitbekommen haben, sie ist nun seit ihrer Hochzeit eine Bauersfrau und ich bin verdammt stolz auf sie.
Mit meinem Mami
Liebeth - Heidi - Rösli und ich Lisbeth und Heidi @ mary rosina 03.06
Wangen - Bauernhof - Schule
So gingen die Jahre vorüber, sie lebten so gut es ging, auch wenn es sehr anstrengend war.Es ging ihnen soweit gut. Das Haus war nicht mehr das jüngste. Vor allem im Winter war es schwer etwas Wärme hinein zu bringen. In den Kinderzimmer im Obergeschoß, gefroren die Federdecken vom Atem der Buben, sodass sie ihr Bettzeug nahmen und in der Stube am Kachelofen ihr Lager aufschlugen. Die Stube und das Schlafzimmer der Eltern gleich nebenan und in der Küche war es am wärmsten, so dass sie lieber unten blieben, bis es wieder etwas wärmer wurde und der Frühling kam.
Das Haus vom Bauernhof in Wangen
Mein Bruder Meinrad und ich trennten mehr als 12 Jahre
Das sind die einzigen Bilder von uns vier auf einmal.
So ging die Zeit dahin. Die Buben kamen zur Schule. Hatten die Feier der hl. Kommunion und der Firmung. Der Weg nach Wangen in die Schule war nicht sehr weit und vor allem war alles ebenaus, es hielt sich in Grenzen. Doch sie mußten sich immer beeilen, den die Arbeit auf dem Hof wartete immer auf sie. Ein stundenlanges herumlungern konnten sie sich nicht leisten. 1953 über acht Jahre nach dem letzten Bub Walter, meldete ich mich an. Für meine Mutter, war es nicht leicht, die Schwangerschaft, machte ihr schwer zu schaffen und die Arbeit war ja auch noch da. Doch wie sie war, schaffte sie es, wie soviel in ihrem Leben. Ich kam gesund und munter zur Welt! In der Pfarrkirche Wangen sz wurden wir alle auch getauft.
Die erste hl.Kommunion bekamen alle drei in der Pfarrkirche zu Wangen. Und die hl. Firmung genauso.
Das alte Schulhaus in Wangen, hier gingen alle drei Buben zur Schule.
Freitag, 10. März 2006
Erste heilige Kommunion
Erste hl. Kommunion in der St. Michaels Kirche Lütisburg 29.April 1962
Mit meinem Götti Josef Knobel
Mit Gerda Schwab
Mit Cäcilia Germann
Wangen unser Zuhause bis 1958
Meine Zeit war gekommen
Am 11. September 1953 kam ich im Spital Lachen zur Welt. Mir wurde es so erzählt, was an diesem Morgen los war. Meine Mutter merkte, daß es nicht mehr lange dauern würde und mein Vater ging deshalb nicht zur Arbeit. Die Buben mußten nach dem Frühstück los zur Schule. Vater hatte ihnen genau gesagt was zu tun sei, wenn sie am Mittag von der Schule nach Hause kamund er noch nicht zurück wär.Vater rief den Krankenwagen,der kam und los ging es nach Lachen ins Spital.Die Buben erzählten mir, daß sie den Weg zur Schule gerannt seien, um ja dem Krankenwagen noch zu zu winken zu können.Sie schafften es auch, konnten ihre Gedanken doch schlecht auf den Unterricht konzentrieren, was ja nur zu verständlich war.Wenn man die Zeit anschaut ist es mehr als verwunderlich, daß mein Vater bei der Geburt dabei war.Er sagte später, die Buben seien auch nicht ohne ihn zur Welt gekommen, denn die kamen damals zu Hause zur Welt.Also blieb er auch hier dabei, und die Schwestern und Hebamme ließen ihm seinen Willen,denn zum streiten war keine Zeit mehr. Ich tat meinen ersten Schrei um 9:30 Uhr, an diesem Herbstfreitag des 11. September 1953. Alles war gut gegangen, Mutter und Kind ging es gut; was man ja so schön sagt, auch heute noch.Vater machte sich dann mit dem Zug auf nach Hause und er schaffte es doch noch vor den Buben zu Hause zu sein.Diese kamen im Renntempo nach Hause und bestürmten Vater mit der Frage was sie denn bekommen hätten. Vater sagte ihnen, daß sie eine Schwester bekommen hätten, was Leo zu dem ersten Kommentar bewegte, Hurra, dann muß ich nicht mehr Abtrocknen, das ist ja Mädchenarbeit. Über diesen Satz lachte man sein ganzes Leben lang. Man erzählte mir auch, daß von dem Augenblick an, wo Mutter mit mir nach Hause kam, er mich richtiggehend bewachte und nur ungern Besuch in den Stubenwagen blicken ließ. Ja, beschützt hat er mich sein kurzes Leben lang. Im Gegenteil von Walter. Er war wahnsinnig eifersüchtig auf mich, das blieb er eigentlich all die Jahre. Na ja, er war halt über 8 Jahre lang Mutters Liebling gewesen und auf einmal mußte er zurück stecken, passiert ja manchesmal. In den Schulferien ging Leo immer zur Großmutter auf den Berghof, Ich war ungefähr so drei Jahre alt, als Leo mit Mutter Streit hatte er schrie, ich gehe jetzt nach Hause und meinte damit den Berghof. Er packte mich in den Bollerwagen, was zu essen und trinken dazu und lief von Wangen der Straße lang über Siebnen ins Wägital. Den Rest auf den Berg mußte dann auch ich laufen, as natürlich für meine kleinen Beinchen mehr als anstrengend war. Doch wir kamen bei Großmutter gut an und Leo weigerte sich trotzkopfmässig wieder zu den Eltern zu gehen, erst als sie ihm versprachen, daß er die nächsten Wochenende auf den Berghof gehen durfte, ließ er sich nach Hause bringen, denn er mußte ja zur Schule. @ mary rosina 05.06
Von mir gibt es nicht viele Bilder
Mit meinem Bärli und Beniamin, Beniamin habe ich heute noch.
Bin ich nicht schon groß ? Eins der ganz wenigen Bilder von Mutter und mir.
Donnerstag, 09. März 2006
Meine Firmgotte Krezentia
Meine liebe Firmgotte Krezentia und Onkel Alois aus Galgenen
Schulaufsatz aus 1964
Beim Emden
Es war ein heller Morgen, die Sonne stand bereits am Himmel als uns die Mutter weckte. Gähnend zogen wir uns an und wuschen uns. Als wir am Tisch saßen, verkündete Mutter:“ Heute geht`s ans Emden im Berg droben!“
Wir nahmen diese Botschaft freudig an, denn das Emden war etwas schönes. Der Vormittag verging sehr rasch. Am Mittag begrüßte Vater uns, dem wir natürlich das sofort sagen mussten. Er sagte, wir sollten nur ganz fleißig sein, dass man Freude an uns haben könne.
So um 13ooUhr marschierten wir los. Wir saßen auf dem Wagen den der Knecht lenkte, mit dem kleinen Rapid, es ging steil an und das schafft man nur mit einem Rapid. Doch schon waren wir oben und begannen mit der Arbeit. Die einen rechten das Emd zusammen, der Knecht lud es auf den Wagen und ich musste stampfen. Das Fuder wuchs immer mehr und ich stand schon ganz hoch oben. Der letzte „ Schlumpf „ war oben und ich sprang vom Wagen runter.
Die Sonne stand hoch am Himmel und es war sehr heiß. Meine Beine waren gerötet vom stampfen, denn das Emd war storzig und warm. Wir sprangen den Berg hinunter um die Tee- und Sirupflaschen zu holen, die wir in das kalte Wasser vom Bach reingelegt hatten. Beide langten wir unten gleichzeitig an. Ich nahm die Flaschen unter die Arme und stampfte den Berg wieder rauf. Sie sah, dass ich schon wieder aufwärts ging und kam ganz schnell hinter drein.
Alle freuten sich an dem kühlen Trunk, den er tat gut, bei der Hitze.
Langsam fuhr der Wagen bergab. Der Knecht machte das gut, denn man muss vorsichtig sein, damit das Fuder nicht umfällt. Es ging alles gut und wir gingen zum Hof zurück. Da angelangt, empfing uns die Großmutter und lud uns zum „Zvieri“ ein. Das Angebot nahmen wir gerne an, denn wir waren doch hungrig geworden.
So gegen Sechs Uhr verabschiedeten wir uns und gingen nach Hause. Kaum waren wir da angelangt, kam auch schon Vater von der Arbeit nach Hause. Ich schlich im nach, als er zu seinen Kaninchen raus ging. Er hatte viele Kaninchen, er hatte ein Geschäft mit ihnen gemacht. Ich fragte ihn:“ Vater, kommst du bitte. bitte mit uns zum Fluss, damit wir noch einwenig baden können. Wir waren doch so fleißig!“ Vater fragte:“ ist denn das Wasser sauber genug?“ Ich sagte:“ Ja sicher.“ Dann sagte er wir sollen den Badeanzug anziehen, er komme dann mit. Ich ging mit dieser frohen Meldung zurück und wir freuten uns sehr. In dem Fluss drunten angelangt, zeigten wir Vater unsere Künste und wie gut wir doch schwimmen konnten. Denn Vater hatte immer Angst, wenn wir alleine zum Fluss gegangen sind. Wir gingen dann erfrischt zurück wo Mutter schon mit dem Nachtessen auf uns wartete. Wir aßen mit gutem Appetit, denn das Baden hatte Hunger gemacht. Nach dem Geschirr spülen nahmen wir den Federball und spielten noch einige Runden, bis es Zeit war um schlafen zu gehen.
Im Bett waren wir natürlich noch nicht still, denn man hatte ja noch soviel zu erzählen und zu planen für Morgen.
Als der Schlaf uns doch überwältigte, schliefen wir träumend einem neuen unternehmungslustigen Tag entgegen, der auch wieder das Emden mitbringen würde. @mary rosina 06.06
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